Pfarrer i. R. Heinrich Treblin habe ich (Helmut Schütz) im Jahr 1998 durch meinen Artikel „Marie, die reine Magd” kennengelernt, auf den er als einer von wenigen Emeriti positiv reagiert hat. Thematisch geht es in seinen Texten schwerpunktmäßig um das Thema „Frieden“ und um die spannungsreiche Beziehung zwischen Christen und Juden. Im Jahr 2006 ist er in Alzey gestorben.

Jesus – jüdischer Gottessohn

Ein Brief an Ruth Lapide. Sehr verehrte Frau Lapide! Als früherer evangelischer Pfarrer von Alzey möchte ich Ihnen sagen, dass ich mich über Ihren Besuch in Alzey gefreut habe. Stark sehbehindert konnte ich leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen, höre aber, dass Sie viele Herzen für die gute Sache der Ökumene von Juden und Christen gewonnen haben.

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Karl Barth und Albert Schweitzer

„Es bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe: die Liebe aber ist die größte unter ihnen“ (1. Korinther 13). „Ein bisschen Entmythologisierung in Marburg und ein bisschen kirchliche Dogmatik in Basel… Könnte ein so problematischer Theologe wie Albert Schweitzer nicht das bessere Teil erwählt haben und mit ihm die ersten Besten, die da und dort versucht haben, Wunden zu heilen…?“ (Karl Barth).

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Der lange Weg zum Frieden

Vom Auszug Abrahams zur versöhnenden Feindesliebe Jesu (Epheserbrief 2, 11ff.). 1. Antisemitismus und Fremdenhass ohne Ende Bedrohungen jüdischer Mitbürger, Anschläge gegen jüdische Friedhöfe und Synagogen fünfzig Jahre nach dem Holokaust in Deutschland, zunehmender Antisemitismus auch in anderen Ländern, Zuspitzung kriegerischer Auseinandersetzung zwischen Israelis und Moslems in Jerusalem um den Anspruch auf Heimat in „eretz Jisrael“ bzw. Palästina

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Die gewaltfreie Gemeinde Jesu

Eine Herausforderung für die gesellschaftlich gesicherten Kirchen. Als „Vortrupp der neuen Schöpfung“ und „Kontrastgesellschaft“ ist die Gemeinde Jesu in die Völkerwelt gesandt, um in der Nachfolge Jesu ihr Leben in den Zeugendienst des Heils an den Menschen zu stellen. Untereinander in geschwisterlicher Liebe verbunden gilt ihr Dienst den Opfern aller Gewalt, dazu den an den Rand der Gesellschaft Gedrängten.

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Jesus: Abbild der Liebe Gottes für Juden und Nichtjuden

Judenmission oder gemeinsame Umkehr? Am Anfang der folgenschweren Entfremdung zwischen Juden und Christen, die nach einer jahrhundertelangen Periode des kirchlichen Antijudaismus in den Holokaust mündete, steht die Gestalt des Juden Jesus. Von seinen jüdischen Anhängern als der Messias Israels, von der Kirche als der Heiland der Welt gepriesen, ist er zur Ursache der Feindschaft zwischen Juden und Christen geworden.

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Wie „christlich“ ist die Bejahung des Krieges als „ultima ratio“ des Versuchs, Frieden zu stiften?

Stellungnahme anlässlich des Kosovo-Krieges 1999. Als in der Tat höchst irritierend müssen die in jüngster Zeit zu vernehmenden Äußerungen „christlicher“ Politiker, die noch unlängst unter Berufung auf die Bergpredigt für eine konsequent gewaltfreie Politik eintraten, empfunden werden, wenn sie angesichts des Kosovo-Krieges plötzlich den Bombenhagel der NATO als durchaus zu rechtfertigende Maßnahme zur Beendigung der Menschenrechtsverletzungen durch Milošević verteidigten.

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Umkehr zum wahren Leben

Umstrittene Botschaft Jesu und die Krise der Kirche. Umstritten war von Anfang an die Botschaft des Juden Jesus von Nazareth, den seine Anhänger bis heute als den Christus und Heilbringer verehren, nach dem sich weltweit die „christlichen“ Kirchen nennen, der aber gleichzeitig von den Oberen der Juden als Gotteslästerer ausgestoßen und ans Kreuz geschlagen und samt seinen Anhängern abgelehnt wurde

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Antisemitismus und Holokaust

Im Anschluss an die Rede des Friedenspreisträgers Martin Walser ist ein verwirrender und den Frieden zwischen Juden und Nichtjuden in unserem Land erheblich gefährdender Disput entbrannt, dessen Ursache nicht zuletzt in einer fatalen Vermischung unterschiedlichster Argumente und Unklarheit über die jeweils vertretenen Standorte zu suchen ist. Hier soll versucht werden, etwas Klarheit in diese Gesprächssituation zu bringen.

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Jungfrauengeburt: Metapher oder historisches Faktum

Zum Aufsatz „Marie, die reine Magd“ von Helmut Schütz. 1. Viele evangelische Christen nehmen heute daran Anstoß, dass sie im Gottesdienst die Formel „geboren von der Jungfrau Maria“ des Apostolikums als ihr persönliches Glaubensbekenntnis mitsprechen sollen. Es handelt sich dabei nicht um ein Ärgernis, das der „natürliche“ Mensch am Evangelium nimmt (1. Kor. 1), auch nicht um einen modern-rationalistischen Zweifel

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